Ich hatte das Glück, die Trense „2500 Freedom“ von Stübben vier Wochen lang kostenlos testen zu dürfen – eine tolle Möglichkeit für mich, weil ich wirklich sehr neugierig auf das gute Stück war.

Produktinfo: Die Trense „2500 Freedom“ ist anatomisch geschnitten und soll laut Hersteller folgende Punkte erfüllen:

  • Freie Sicht für das Pferd
  • Volle Bewegungsfreiheit für die Pferdeohren
  • Kein Druck auf den großen Gesichtsnerven, Muskeln von Ohren, Nacken und an der Kehle

 

Wie immer teste ich in Kategorien und vergebe Einhörner – ein Einhorn bedeutet „ist nix“, fünf Einhörner heißt „supergut“! Die Kategorien sind diesmal: Optik, Material, Verarbeitung, Funktion und Preis-Leistungs-Verhältnis. Und wie immer gibt’s natürlich zu jeder Kategorie auch eine kurze Beschreibung, damit ihr wisst, wie ich zu meiner Bewertung gekommen bin. Und – ebenfalls wie immer – solltet ihr Fragen haben, ab damit in die Kommentare!

 

Es geht los…

 

Optik: 🦄🦄🦄

Als ich die Trense zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: Au weia – die geht ja gar nicht. Aber je öfter man sie sieht, desto mehr gewöhnt man sich an den leicht spacigen Look. Aber so richtig schick wird sie trotzdem nicht, auch nicht beim hundertsten Anschauen. Das liegt zum einen an der Form des Kopfstücks, das doch recht klobig wirkt, zum anderen auch einfach daran, dass der Trense Glitzer fehlt. Es gibt sie zwar inzwischen als Magic Tack-Edition, aber da ist sie gleich noch mal ein gutes Stück teurer – dazu mehr im letzten Punkt. Für mich ist die Optik bei einer Trense zwar nicht das Wichtigste und sie muss auch nicht überall glänzen und glitzern, aber so ein bisschen Glitzersteinchen am Stirnband fände ich schon schick – und auch die Form spielt natürlich eine Rolle. Deshalb kann ich für die reine Optik nur drei Einhörner geben.

 

 

Material: 🦄🦄

 

Was mir zuallererst auffällt: Das Leder ist ganz schön fest. Aber nicht im positiven Sinne, sondern steif. Es fasst sich einfach nicht besonders schön an. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag Leder, das richtig schön weich und anschmiegsam ist. Das ist die Trense „Freedom“ nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dafür sehr stabil ist – denn robust wirken  Leder und Schnallen auf jeden Fall. Weil ich aber wie schon gesagt ein Fan von weichem Leder bin, kann ich hier nur zwei Einhörner vergeben.

 

 

Verarbeitung: 🦄🦄🦄🦄🦄

 

Hier hat die Meckerliese ausnahmsweise mal nix zu meckern. Die Trense ist wirklich klasse verarbeitet, keine krummen Kanten oder Nähte, alles sieht hochwertig aus. Machen wir es kurz: Hier gibt’s natürlich die volle Punkt- äh, Einhornzahl. Fünf. Bingo!

 

 

 

Funktion: 🦄🦄🦄🦄

 

Der Hersteller verspricht, dass die Trense die sensiblen Punkte im Gesicht frei lässt und dem Pferd zudem freie Sicht garantiert. Dafür soll das stark zurückgeschnittene Backenstück sorgen, sowie die wenigen Schnallen, die im Sichtfeld des Pferdes liegen. Das scheint auch zu funktionieren: Die Trense lässt wirklich einen großen Raum uns Auge herum frei. Toll finde ich auch das Gelenk, das Backenstück und Kopfstück (also in diesem Fall Genickpolster und Stirnriemen) verbindet. So passt sich die Trense wirklich individuell an den Pferdekopf an, nichts rutscht und es entsteht kein ungewollter Zug. Auffallend gut finde ich auch, wie die Trense im Genick gelöst ist: Zwei große, weiche Polster sind in der Mitte mit einem Riemen verbunden, der mit solchen Haken, wie man sie von Zügeln oder Gebissriemen kennt, befestigt ist. Es gibt mehrere Einstellungsmöglichkeiten, so dass sich das Genickstück je nach Breite des Genicks anpassen lässt. Atlas und zweiter Halswirbel bleiben dabei komplett frei, es kommt also wirklich kein Druck auf den empfindlichen Übergang zwischen Halswirbelsäule und Schädel. Das finde ich genial! Sehr gut gefällt mir auch, dass die Trense, ähnlich wie ein Kappzaum um die Backen verschallt wird, statt eines herkömmlichen Kehlriemens. Super finde ich auch, dass man den Sperrriemen komplett abnehmen kann, inklusive der Schlaufe, mit der er am Reithalfter befestigt ist. So lässt sie sich ganz einfach von kombiniert zu englisch umbauen. Das Reithalfter hat übrigens auch einen ganz besonderen Verschluss. Es hat nämlich zwei Schnallen, die an einem breiten, knochenförmigen Lederpolster befestigt sind. So lässt es sich exakt gleichmäßig einstellen – weder verrutscht das ganze Reithalfter, wie es beim englischen Reithalfter der Fall sein kann, noch gibt es einen Flaschenzugeffekt, wie beim schwedischen Reithalfter. Nicht so schön finde ich allerdings die Form des Reithalfters an sich (wenn schon anatomische Trense, dann könnte auch dieses noch anatomisch geschnitten sein) und wie es gepolstert ist – nämlich nicht besonders weich. Insgesamt finde ich die Trense aber wirklich sehr durchdacht und gebe daher fast die Maximaleinhornzahl: vier.

 

 

Preis-Leistung: 🦄

 

Tja, und hier liegt dann wohl der Hund – oder das Einhorn – begraben. Denn die Trense ist teuer. Klar, sie hat tolle Features und ist wirklich innovativ. Aber bei einem Preis von 360€ hätte ich mir eine bessere Lederqualität erwartet – und etwas Glitzer. Aber wer Glitzer will, der muss noch etwas drauflegen: 399€ kostet die Trense mit Magic Tack-Stirnband. Das ist mir persönlich zu viel. Für diesen Preis bekomme ich auch bereits eine maßgefertigte Trense. Die sieht dann vielleicht (vielleicht ja auch zum Glück) nicht so spacig aus, aber sie passt meinem Pferd dann perfekt und ich kann mir auch aussuchen, welche Details sie haben soll, ob nun, was den Schnitt angeht, oder die Lederfarbe. Hier kann ich also nur ein Einhorn geben.

 

So, jetzt habt ihr gelesen, wie die Trense in den einzelnen Kategorien abgeschnitten hat, jetzt braucht es natürlich noch ein Gesamtergebnis und ein Fazit. Wie fange ich an…

 

 

Zuerst das Gesamtergebnis: 🦄🦄🦄

 

Über alle Kategorien gerechnet kommt die Trense „Freedom 2500“ auf drei Einhörner. Sie hat wirkliche Stärken in der Funktion, aber eben auch Schwächen – insbesondere der Preis zählt für mich dazu.

 

Und jetzt mein Fazit: Die Stübben „Freedom 2500“ ist auf jeden Fall eine tolle und durchdachte Trense. Stella fühlte sich damit auch sehr wohl, sie lief locker, die Trense schien ihr im Genick sehr angenehm zu sein und rutschte auch nicht auf die Ohren (das war mit anderen Trensen häufig unser Problem). Aber ein richtiger Aha-Effekt wie bei dem Stübben Equisoft-Sattelgurt, den wir ebenfalls getestet haben, trat nicht ein. Lohnt es sich also, die Trense zu kaufen? Ich habe diese Frage für Stella und mich mit Nein beantwortet. Denn bei uns war der Unterschied zu anderen Trensen nicht so groß, als dass ich beriet wäre, so viel Geld auszugeben. Für uns würde sich diese Trense also nicht lohnen. Aber wie so oft kann das natürlich von Fall zu Fall anders sein und ich empfehle euch einfach, es selbst auszuprobieren, wenn ihr neugierig seid. Bei Stübben kann man die Trense zwei Wochen lang ausleihen und muss dazu lediglich den Kaufpreis als Kaution hinterlegen.