Ein Pferd ist ein Trainingspartner, kein Sportgerät – darum geht’s bei mir am heutigen #infomittwoch 💖

Klar, ein Pferd muss grundsätzlich verstehen, wer der „Chef“ ist. Alles andere ist schon allein wegen der Größendimensionen gefährlich. Wüssten Pferde um ihre Kraft und würden diese gegen den Menschen nutzen, gäbe es unseren schönen Sport wohl überhaupt nicht. Aber genau das ist es auch, was uns eine so große Verantwortung in die Hände legt: die Gutmütigkeit dieser wunderbaren Lebewesen und ihre Bereitschaft, uns ihr Vertrauen zu schenken. Und deshalb ist ein Pferd für mich immer ein Partner, niemals ein Sportgerät – ganz unabhängig von der Reitweise oder davon, ob man auf Turniere geht oder rein zum eigenen Vergnügen reitet.

Pferde kämpfen für euch

Habt Ihr das schon mal erlebt, dass ein Pferd richtig für Euch gekämpft hat? Ich durfte es schon erleben und darf es mit Stella auch immer wieder im Training erleben. Sie fragt zwar manchmal nach, ob das jetzt wirklich sein muss, aber wenn sie „da“ ist, dann ist sie wirklich da. Dann möchte sie gefallen und gibt sich wirklich Mühe, das zu erfüllen, was ich von ihr verlange – besonders in ihrer Lieblingslektion, der Trabverstärkung. Da muss ich sie dann manchmal richtig bremsen, weil sie lange Seite und lange Seite weiter zulegen will und jedes Mal noch ein bisschen mehr gibt.

Vertrauen steigert die Leistungsbereitschaft

Für mich gehen Leistungsbereitschaft und eine gute Pferd-Mensch-Beziehung einfach Hand in Hand. Ich bin davon überzeugt, dass man die Harmonie mit dem Trainingspartner, die im Umgang herrscht, auch beim Reiten sieht – oder eben nicht, wenn sie nicht existiert. Das sind dann die Ritte, die zwar technisch korrekt sein mögen, denen aber das gewisse Etwas fehlt, das sich nicht so richtig in Worte fassen lässt. Manche nennen es Ausstrahlung, andere Ausdruck, andere benennen es nicht und manchen fällt es vielleicht auch gar nicht auf.

Gemeinsam mit dem Trainingspartner, nicht alleine

Wenn aber die Beziehung stimmt, dann wird ein Ritt – egal in welcher Klasse – einfach schöner! Dann werden die Hilfen unsichtbar und Reiter und Pferd scheinen auf einer anderen, mentalen Ebene zu kommunizieren. Das funktioniert aber nur, wenn beide dazu bereit sind – und das meine ich letztlich mit dem Ausdruck „das Pferd als Partner“. Dieses Aufeinander-Einlassen, das Gemeinsam-Bewältigen und auch das Voneinander-Lernen. Denn wir Reiter sollten bloß nicht den Fehler machen, zu denken, wir seien immer klüger als unsere Pferde. Sehr oft zeigen sie uns unsere Fehler sehr klar auf und wir können sehr viel von ihnen lernen, wenn wir nur zuhören. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema, vielleicht schreibe ich dazu demnächst mal mehr.
Wie seht Ihr die Pferd-Mensch-Beziehung? Schreibt mir Eure Erfahrungen in die Kommentare – ich freue mich immer über Geschichten! ☺️

Eure Liviana