🥂🎉Bye bye 2017, Hello 2018! Wenn Ihr die Schnauze voll habt von Jahresrückblicken, dann klickt jetzt einfach weiter. Wenn nicht, dann bleibt noch ein wenig bei uns – Stella und ich freuen uns 🐴👧🏻💕

2017, ein Jahr, das für mich das volle Paket an Emotionen bereit gehalten hat, geht zu Ende. Besser gesagt: Es ist schon so gut wie vorbei. Diesen Moment ganz kurz vor dem Jahresende nutze ich gerne, um auf die zurückliegenden zwölf Monate zu blicken, die Ereignisse Revue passieren zu lassen und daraus für die Zukunft zu lernen.

Falsche Entscheidungen gibt es nicht

Denn Entscheidungen, die man trifft, sind in dem Moment immer nur Entscheidungen – nicht richtig oder falsch. Erst rückblickend lässt sich häufig sagen, in welche Richtung ein Weg tatsächlich geführt hat. Aber auch dann versuche ich, nicht zu bewerten und mich über meine Fehler zu ärgern, sondern genau hinzuschauen und zu überlegen, was ich künftig besser machen kann.

März 2017: Wir dürfen wieder trainieren

2017, das war für mich einmal quer durch Afrika mit Geländewagen und Motorrädern, ein Livestream zur Bundestagswahl, Moderationstraining mit Michael Antwerpes – und vor allem Stella.

Sie kam im März von der Reha-Koppel zurück und wir durften wieder anfangen, zu trainieren. Unser Training begann allerdings mit einem Rückschlag: Stella musste nochmals vier Wochen Schritt gehen, weil sie sich beim Wälzen selbst mit dem Huf am Vorderbein aufgerissen hatte – und das so gründlich, dass die Wunde genäht werden musste.

Es bleibt holprig

Ehrlich gesagt begann unser Training aber nicht nur mit einem Rückschlag, sondern es blieb auch weiterhin holprig.

Erst mal ging es steil bergauf. Stella entwickelte sich durch die Arbeit an der Hand und an der Longe prächtig, muskelte auf – sogar so sehr, dass mich die Leute im Stall ansprachen, was ich mit meinem Pferd machen würde, dass es sich auf einmal vom Fellpony in einen Muskelprotz verwandelt hätte.

Im Mitteltrab durch die Bahn

Dieses neue Körpergefühl dann unter den Sattel zu bringen, erwies sich allerdings als schwierig: Ließ Stella den Hals fallen, wie sie es in der Bodenarbeit gelernt hatte, dann hatte ich kaum mehr eine Verbindung zum Maul, durfte so gut wie gar nicht einsitzen. Anfangs galoppierte ich deshalb nur im leichten Sitz, weil es für sie einfacher war. Und im Trab rannte Stella. Sie gab einfach Gas und wir steppten fast im Mitteltrab durch die Bahn.

Wir geben Gas

Für mich war dieses Reitgefühl mehr als gewöhnungsbedürftig. Doch Stellas Physiotherapeutin, Daniela Danckert, erklärte mir, dass dieser Schwung anfangs sogar gut sei, weil sich dadurch verklebte Strukturen selbst mobilisierten. Stellas Mitteltrab war also gewissermaßen ihre ganz eigene Medizin. Also gaben wir eben weiter Gas.

Muskeln wachsen, Dellen schließen sich

Und es schien tatsächlich zu wirken: Die Muskeln wuchsen, Stellas Körper wurde insgesamt straffer, aber gleichzeitig weicher. Wie das? Die Muskulatur an den richtigen Stellen wurde stärker, sie legte in Schulterpartie und Hinterhand aus und die Dellen hinter dem Schulterblatt am Widerrist schlossen sich. Zeitgleich wurden die Strukturen aber insgesamt geschmeidiger und damit weicher.

Eine zweite Behandlung ist fällig

Es wurde wirklich besser, zumindest eine Zeit lang. Dann stagnierte die Entwicklung, ich hatte sogar das Gefühl, dass es wieder ein paar Schritte zurück ging. Die nächste Behandlung war also fällig, das hatte unsere Physio bereits angekündigt. Das gab dann aber noch mal einen richtigen Schub. Trotzdem dauerte der Aufbau so lang, dass die Turniersaison ohne uns auskommen musste. Und daheim blieb es holprig: Mal war Stella gut, mal zickig, mal überragend.

Das Training bleibt ein Auf und Ab

Auch im Auswärtstraining war es eine Auf und Ab. Unser erstes gemeinsames Training, zu dem wir wegfuhren, war gleich mal spitze. Stella glotzte zwar anfangs ein bisschen, ließ sich dann aber super reiten und machte toll mit. Am nächsten Tag setzte sie noch einen drauf, holte im Trab ihren ganzen Schwung hervor und ließ ihn auch durch den Körper fließen. Vom Trainer bekamen wir dafür zu hören: „Wie aus dem Lehrbuch, ein Weltpferd.“

Weniger ist doch meistens mehr

An den darauffolgenden Trainingswochenenden konnten wir daran aber nicht mehr so recht anknüpfen. Ich sollte Stella im Tempo sehr stark zurücknehmen – und offenbar war ihr das noch zu viel. Ihr Körper war nach dem Training ganz fest und blieb es auch mehrere Tage lang. Die Anlehnung wurde schlechter und mir persönlich fehlte auch der Zug nach vorne. Wir gingen also erst mal wieder ein paar Schritte zurück, machten wieder unser eigenes Ding und arbeiteten weiter im Vorwärts-Abwärts. Das machte sich dann auch bezahlt.

Der Sattel passt nicht mehr

Der dritte Besuch der Physiotherapeutin war dann nämlich nur noch ein Kontrollbesuch und endete mit: „Die sieht toll aus!“ Körperlich gab es keinen Befund. Dafür aber am Sattel: Der passte nämlich nicht mehr. Stellas Rückenlinie hatte sich durch das Training in den vergangenen Monaten so angehoben, dass ihr Schwung nun nicht mehr zu dem des Sattelbaumes passte. Außerdem hatte sie nochmals ausgelegt und der Sattel war schlicht zu eng geworden.

Ach du dickes Knie

Das Jahr endete für uns also damit, dass wir den Sattel anpassen lassen mussten – und mit einem dicken Knie. Eines Tages stand Stella plötzlich mit einem riesigen, schwabbeligen Ei – nicht übertrieben orangengroß – am linken Knie da und niemand wusste, was passiert war. Lahm ging sie nicht, anfassen und sogar drücken durfte man es auch. Der Tierarzt diagnostizierte ein subkutanes Hämatom, also einen Bluterguss unter der Haut. So etwas kann laut Tierarzt zum Beispiel auch entstehen, wenn Pferde wegrutschen, etwas blöd das Knie verdrehen, oder ähnliches. Behandeln sollten wir das „Ei“ mit Percutin, ansonsten Abwarten und Tee trinken. Und dabei locker weiterarbeiten. Der Bluterguss wurde dann auch langsam kleiner, inzwischen ist er fast nicht mehr zu sehen.

300 Euro ruck-zuck weg

Der Sattel allerdings erwies sich als größeres Problem: Ruck-zuck waren 300 Euro fürs Weiten und Aufpolstern weg – und der Sattel trotzdem keine 100-Prozent-Lösung mehr. Wie gesagt: Zu viel Schwung für einen inzwischen zu geraden Rücken. Übergangsweise werden wir ihn noch verwenden können. Aber im kommenden Jahr kommt dann wohl wieder eine Sattelsuche auf uns zu. Langweilig wird es also nicht – wie Ihr wisst, steht uns auch ein Umzug bevor.

Eure Stella und Liviana